Prostitutionslobby

Mutmaßlich Privatdetektiv auf mich angesetzt

Bild: Verena Müller

Ja, ihr lest richtig. Ich wusste erst nicht, wie ich mit dieser Info umgehen sollte, aber ich habe beschlossen, sie öffentlich zu machen.

Vielleicht sitzt also gerade, etwas zugespitzt, irgendwo hinterm Gebüsch vor meinem Haus der Detektiv der Pro-Prostitutions-Lobby, um zu enttarnen, dass ich niemals in der Prostitution war und mein Zuhälter überhaupt nie existierte?

Ich habe von Informanten erfahren, dass ein paar Leute aus dem Milieu seitens der Pro-Prostitutions-Lobby einen Privatdetektiv auf mich angesetzt hätten, um zu gucken, ob ich denn in der Prostitution war und an meiner Geschichte überhaupt was dran ist. Falls das ernsthaft stimmen sollte, die haben wahrscheinlich den aktuellen Text hier noch nicht gelesen (bis zum Schreiben dieses Textes, in dem ich auch über erlangte Beweismittel spreche, musste ich mich wegen des Ermittlungsverfahrens immer bedeckt halten – mir wurde während des Ermittlungsverfahrens von der Pro-Lobby ja vieles unterstellt, worauf ich zu dieser Zeit wegen des laufenden Verfahrens nicht reagieren konnte, was ich auch im Text berichte):

Ich habe angezeigt – Ermittlungsverfahren gegen meinen Menschenhändler nach über 2 Jahren eingestellt | (sandranorak.com)

Naja, falls die Leute, die einen Detektiv auf mich angesetzt haben, hier mitlesen: einen Namen kenne ich. Anstatt Geld zu investieren, einen Detektiv auf mich anzusetzen, sollten Sie lieber den Frauen, die in Ihren Bordellen arbeiten, die Miete erlassen, damit sie nicht ihren Arsch für Sie hinhalten müssen. Euer „geheime Plan“ ist jetzt jedenfalls nicht mehr geheim, sondern öffentlich, falls er denn wirklich stimmt und (noch) ausgeführt wird. Dieses vermeintliche Vorhaben sagt vieles über euch aus und es zeigt, wie schon lange seitens der Profiteure des Milieus versucht wird, jegliche Stimmen von Aussteigerinnen, die negativ über ihre Prostitutionserfahrung sprechen, zum Schweigen zu bringen. Ich bin eine laute Stimme, diese würden einige Profiteure gerne im Keim ersticken.

Jetzt gebe ich euch und vor allem den ganzen betroffenen Frauen, die mir folgen und an meiner Seite stehen, weil sie nämlich auch viel Leid erlebt haben, ein Versprechen:

ICH WERDE NIEMALS SCHWEIGEN.

Nun noch zum sog. „Internationalen Hurentag“ heute:

Meine Solidarität ist heute bei allen, die im Prostitutionssystem viel Leid erleben oder erlebt haben und die heute, am sog. internationalen Hurentag, betroffen und verletzt über so viele Verharmlosungen bezüglich Prostitution in den Medien sind. Meine Solidarität ist bei jenen, die ihre Geschichte erzählen und von den Profiteuren des Systems dafür angegriffen werden, weil es deren Profit schadet. Je weniger Gewalt sichtbar, je weniger Menschenhandel und Leid sichtbar, desto besser für viele Profiteure, denn sie können sagen: schaut, wir haben doch nur so wenig Ausbeutung und Gewalt und es ist doch alles kein Problem.

Dass wir in Deutschland ein großes Problem haben, das weiß jeder, der eine gewisse Erfahrung in diesem Bereich hat.

Gewalt ist allgegenwärtig in der Prostitution. Ausbeutung, Menschenhandel, Zwangsprostitution sind keine Randerscheinungen, sondern alltägliche Realitäten.

Keine von uns ist oder war eine „Hure“.

Wir sind Menschen, Frauen, mit Schicksalsschlägen. Mit Herz. Mit Verstand. Mit Geschichten, die wir niemandem wünschen. Mit dem Willen, etwas zu verändern, damit es anderen besser ergehen wird.

In letzter Zeit haben mich viele Betroffene angeschrieben. Entweder, weil sie Hilfe suchen oder weil sie einfach nur reden und Kontakt möchten. Manch ein Zuhälter sitzt im Gefängnis, die allermeisten nicht. Für viele Frauen bedeutet ihre Erfahrung in der Prostitution, in der Ausbeutung, ein „lebenslänglich“. Ein lebenslängliches Trauma, lebenslängliche Erinnerungen an Gewalt und Entwürdigung.

Und Deutschland schaut immer noch weg. Es ist besser geworden, aber es genügt noch nicht, die Taten bleiben immer noch aus.

Aber wir werden mehr. Wir werden lauter. Und wir werden nicht aufgeben. Für die, die keine Stimme haben. Für die, die in einem System voller Gewalt festsitzen. Ihr seid nicht allein.