Allgemein

Wichtige Information – Bitte lesen

Wichtige Info und ein paar Worte, die mir auf dem Herzen liegen:

Ich bitte davon abzusehen, mir (journalistische) Anfragen zu senden, die nur darauf aus sind, wieder hauptsächlich nur meine Geschichte im Fernsehen oder in der Zeitung oder sonst wo zu zeigen („Only-Story-Telling“).

1. Meine Geschichte (bzw. Ausschnitte davon) lief schon mehrere Male im TV sowie in diversen Zeitungen. Ich bin keine Schallplatte. Ich bin auch nicht an der Öffentlichkeit, um nur meine Geschichte jeden Monat hoch- und runter zu erzählen. Meine Geschichte gehört zu mir und ist mein Antrieb, aber sie ist nicht mehr meine ausschließliche Gegenwart. Meine Gegenwart ist meine Arbeit gegen ein menschenverachtendes und ausbeuterisches System und diese Arbeit beinhaltet weitaus mehr als ständig nur auf die „Repeat-Taste“ zu drücken.

2. Ein generelles Problem, das Betroffene auf nationaler und internationaler Ebene haben: sie werden oftmals allein auf ihre Geschichte reduziert. Als wären sie ihre Geschichte. Vor allem dann, wenn sie keine (akademische) Ausbildung haben. Sie sollten und dürfen aber nicht nur auf ihre Geschichte reduziert werden. Sie SIND NICHT ihre Geschichte, sondern sie HABEN eine Geschichte, wobei diese der Grund ist, weshalb sie aufklären möchten. Diesen großen Unterschied verstehen manche nicht oder wollen ihn nicht verstehen – aus Sensationslust vielleicht – und definieren Betroffene häufig allein anhand ihrer Geschichte. „Gib mir den Horror-Part deiner Geschichte, alles andere was du zu sagen hast ist schlechter für die Zuschauerquoten und Geldeinnahmen, brauchen wir also nicht.“ So ähnlich ist es leider oft. Ich arbeite nun schon Jahre in diesem Bereich, mit vielen Medien und Menschen, mit vielen Betroffenen, und die Wahrheit ist, sie werden nicht selten einer absolut unguten und auch gefährlichen Sensationslust ausgesetzt, was zu einer Retraumatisierung führen kann (ich kenne solche Geschichten mittlerweile).

Im Englischen gibt es ein bedeutendes Wort im Rahmen von Menschenhandel und Ausbeutung: „Re-Exploitation“ (die „Wieder-Ausbeutung“ nach der Ausbeutung). Im Hinblick auf das Engagement von Betroffenen, die über die Missstände nach ihrer Ausbeutungszeit aufklären möchten, bedeutet „Re-Exploitation“ das Phänomen und Problem, dass es (nicht wenige) Menschen gibt, die mittels der Geschichten und Aussagen und der Arbeit von Betroffenen, die den Mut fassen aufzuklären, versuchen sich selbst eine Karriere aufzubauen und/oder Geld zu machen und die Betroffenen, die nicht selten noch instabil und vulnerabel sind, dafür ausnutzen. Eine richtig miese Nummer. Leider fahren manchmal auch solche Menschen, die nach außen hin für die Rechte von Betroffenen kämpfen, diese Schiene. Das ist dann besonders traurig. Da ich mittlerweile auch viel international vernetzt bin, kann ich sagen: ein weltweit verbreitetes großes Problem.

Hier möchte ich auch gleich noch eine Sache ansprechen, die gerade dazu passt: meine Gedanken, Analysen und Lösungsansätze, über die ich spreche, aber auch hier kostenlos für jedermann zum Lesen niederschreibe, beruhen auf über 6 Jahren eines Kreislaufs aus Missbrauch und Gewalt, in dem ich war, und jahrelanger, oft nervenaufreibender, Aufarbeitung danach. Wer meine Inhalte einfach nimmt und als seine Inhalte deklariert, verletzt nicht nur das Urheberrecht, was im Übrigen eine Straftat ist, sondern es ist einfach nur respektlos. Dieses Problem kenne ich von mehreren Betroffenen, daher: es ist normalerweise das Selbstverständlichste der Welt fremden Content als solchen zu kennzeichnen. Macht das doch bitte anstatt zu plagiieren. Betroffene von Ausbeutung haben genug Ausbeutung erlebt, man muss ihnen nicht auch noch ihr geistiges Eigentum stehlen, das sie aus der Erfahrung ihres Missbrauchs geschaffen haben. Jeder, der das tut, missbraucht sie in einer ganz üblen, anderen, Form ein weiteres Mal. Jeder, der das tut, sollte auch nicht über Ausbeutung aufklären, denn er beutet die bereits Ausgebeuteten selbst in einer bestimmten Form aus. Das muss ich leider so deutlich sagen, denn ich habe die Nase voll von Menschen, die auf dem Rücken von Betroffenen und deren Leid eine Karriere und/oder „Fame“ anstreben. Es ist so dermaßen geschmacklos und unterirdisch.

Nun weiter: Betroffene haben vor allem eines aufgrund ihrer eigenen Erfahrung: Wissen. Wissen, wo die Probleme liegen, was verbessert werden muss, wo man anpacken kann, wie man anderen am besten helfen kann, usw.

Als Betroffene von Menschenhandel und (Zwangs-)Prostitution habe ich vor meinem Jurastudium auch über 6 Jahre das Leben im Rotlicht und dessen Akteure „studiert“. Ich habe viel zu erzählen jenseits des „Only-Story-Telling“ und tue das auch. Ich möchte helfen, anderen zu ersparen, was mir selbst passiert ist. Das kann ich am effektivsten dadurch, dass ich mein Wissen weitergebe, das ich im Laufe meiner Zeit im Rotlicht und nachfolgender jahrelanger Reflexion und Aufarbeitung erlangt habe, und nun als Juristin (Univ.) noch auf ganz anderer Ebene einordnen kann. Nur ein Bruchteil von dem, was ich mache, bekommt die Öffentlichkeit auch mit. Ich beschäftige mich mit diversen Problemen, Analysen und Lösungsansätzen und gebe diese weiter.

Mit welchen Anfragen könnt ihr euch also an mich wenden? Ich habe zwar gerade sehr wenig Zeit, da ich an ein paar wichtigen Baustellen arbeite, und entschuldige mich für jede (bisher) unbeantwortete E-Mail, aber grundsätzlich könnt ihr euch melden, wenn es um folgende Dinge geht, für die ich aufgeschlossen und in denen ich erfahren bin und die ich auch die letzten Jahre oft gemacht habe, weil genau das etwas bringt und dabei hilft langfristig zu einer Veränderung beizutragen:

1. Bildungsangebote, Schulungen und Fachvorträge zum Thema Menschenhandel und (Zwangs-)Prostitution für Fachkräfte und Ehrenamtliche aus allen Bereichen (ich habe beispielsweise Mitte November einen halben Tag lang Fachkräfte aus den Bereichen Jugendarbeit, Sozialarbeit und Polizei zum Thema „Loverboys“ geschult: Prävention, Identifikation von Opfern und Strafverfolgung, psycho(trauma)logische Mechanismen, Täterbindungen, usw.)

2. Bildungsangebote speziell auch für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende – Prävention, Sensibilisierung je nach Altersklasse und psychischer Konstitution, Aufklärung in Schulen, Kinder- Jugend- und Sozialeinrichtungen für Kinder und Jugendliche (hier ein Text von mir darüber, den ich nach einer meiner Aufklärungsveranstaltungen in diesem Bereich geschrieben habe: https://sandranorak.com/2021/03/25/aufklarungsarbeit-in-schulen/)

3. Rechtliche Fragen zu den Themen Prostitution, Zwangsprostitution und Menschenhandel („Loverboys“)

4. Fragen zum Nordischen Modell

5. Beratung im Hinblick auf das gesamte Themengebiet

Die äußerliche „Unsichtbarkeit“ der Kriminalität im Rotlichtmilieu – am Beispiel der Frauentormauer in Nürnberg

Bild von mir: Eingang zur Frauentormauer, Nürnberg, 09.12.2021

Heute ist Tag der Menschenrechte und Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Ich bin momentan sehr still hier auf Social Media. Nicht weil ich inaktiv bin, sondern weil ich soviel Arbeit habe, dass mir keine Zeit für Social Media bleibt. Auch für die Menschenrechte vieler in Afghanistan nach dem Einmarsch der Taliban habe ich die letzten 3 Monate viel gearbeitet, Details möchte ich zum Schutz der Arbeit und der Betroffenen aber nicht schreiben.

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren„, lautet der erste Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. In der Prostitution kann man davon nichts sehen.

Gestern war ich in Nürnberg für ein Projekt zum Thema. Unter anderem war ich an der Frauentormauer, einem sehr alten Rotlichtviertel. Wenn man als Außenstehender Menschen aus dem Milieu fragt, ob es in deren Milieu-Gegend Menschenhandel, Zuhälterei, Ausbeutung und Gewalt gibt, so antworten nahezu alle mit „nein“.

Das Milieu versteht es, nach außen hin ein sauberes, gewalt- und zwangsloses Bild zu zeichnen. Ein Bild, das keinerlei Menschenrechtsverletzungen erkennen lässt.

Glamour, blinkende Lichter, ansprechende Werbung, freundliche Gesichter, die ewige Propaganda der willigen Prostituierten, Freiwilligkeit überall, „bei uns gibt es keinen Menschenhandel und keine Zuhälterei“. Alles erfunden. Alles Märchen. Alles Mittelalter. Hier doch nicht. Alles von den bösen Medien erfunden.

Die Leute aus dem Milieu können sehr überzeugend sein, wenn es darum geht, dieses scheinbar saubere Image zu verbreiten. Man nehme als Beispiel nur den Bordellbetreiber Jürgen Rudloff, der jahrelang in Talkshows saß und das Bild der sauberen und ausschließlich freiwilligen Prostitution in seinem Bordell propagierte. Ist doch nur ein netter älterer Mann, der Prostituierten mit seinem Wellness-Tempel ein besseres Leben ermöglicht? Herr Rudloff konnte sehr gut reden und die Dinge schön aussehen lassen – und das können die meisten Leute im Milieu. Denn: es ist ihr Kapital. Menschenhandel und Zuhälterei? Gibt es hier nicht. Dann wurde Jürgen Rudloff Jahre später nach aufwendigen Ermittlungen und einem langen Prozess u.a. wegen Beihilfe zum Menschenhandel verurteilt, weil er mit Menschenhändlern kooperierte, damit er sein Bordell mit Frauen vollbekommt.

Auch die Frauentormauer wird oft nach außen hin als ein toller Platz zum Arbeiten mit selbstbestimmten Prostituierten verkauft.

Menschen wie ich, die das Milieu kennen, die kennen auch die Fassade, die das Milieu und alle seine dazugehörigen Akteure (und es sind viele) wegen der hohen Summen an Profit aufrechtzuerhalten versucht. Für Außenstehende ist es oft schwer zu sehen, was wirklich abläuft.

Anhand von Freierberichten können aber auch Außenstehende sehen, was jenseits der „Happy Sexwork“-Propaganda geschieht. Hier nur mal 3 Zitate aus Freierforen über Freier-Besuche an der Frauentormauer:

Schlimm sind diese ganzen Zuhältertypen, die sich gegenüber von den Schaufenstern postieren und gaffen. Der ein oder andere Typ steht noch an der selben Stelle, nachdem ich ein Mädel gefickt habe und mich wieder vom Acker mache.https://huren-test-forum.lusthaus.cc/showthread.php?t=201689&page=12

Die SDL [Sexdienstleisterin] gestern Abend erwähnte die Problematik, dass bei vielen in der FTM [Frauentormauer] im Hintergrund ein Kerl profitiert. Nur halt nicht so offensichtlich.https://huren-test-forum.lusthaus.cc/showthread.php?t=201689&page=11

Sie zieht ihren Slip aus und ist überall blutverschmiert, sie hat wohl heftig ihre Tage. Außerdem kommen jetzt etliche üble blaue Flecken an Po und vor allem den Schenkelinnenseiten zum Vorschein. Bäh! Da hat sie irgendeiner ziemlich übel misshandelt… Als ich zum Eindringen ihre Beine etwas spreizen und leicht nach hinten drücken will, ich bin sicher nicht grob dabei, protestiert sie und drückt mich weg. Ich sehe trotzdem kurz das Ausmaß der Sauerei, die sie verbergen wollte. Mir vergeht es fast, aber ich bin noch ziemlich geil vom Anwichsen. Bitte um Säuberung, denn so geht das ja wirklich gar nicht. Die Fortsetzung bzw. den Beginn des Aktes will ich dann auch in der Doggy, um es schnell mit wenig Körperkontakt abzuschliessen. Doch sie nimmt dabei eine Körperhaltung ein, in der man(n) praktisch nicht in sie eindringen kann. Meine Versuche ihr klar zu machen, dass das so nicht geht, werden mit: „Gel?“ beantwortet. Meinetwegen… Das wird jetzt auf meinem Gummi aufgetragen, aber nicht an ihrer Muschi. Wieder versuche ich vergeblich vorsichtig in sie einzudringen, doch sie zieht immer weg, bevor ich sie überhaupt berühre... Verlange ziemlich aufgebracht 20 Euro zurück, denn Blasen hat sie noch erfüllt (= 30 Euro), Ficken erfolgreich verhindert. Sie dann ziemlich eingeschüchtert, weil ich wirklich richtig sauer wurde… Dem Bodybuilder Security Typ am Eingangskabuff interessiert das Ganze gar nicht, lässt den völlig kalt. Ich hätte den auch nicht angesprochen (wozu auch?), das hat die blöde Kuh gemacht, die sich die Bezahlungskürzung außerhalb des Zimmers nicht mehr gefallen lassen wollte – finde, ich war dabei echt noch fair für das was sie da abgeliefert hat und ohne dass ich ein Finish hatte. Parteiisch war der Typ auch nicht, was mich eher verwunderte. Glaube, dass sie dann erst recht verärgert war, dass ich mit ihm wirklich null Problem hatte. Er meinte nach meiner Schilderung, was überhaupt los ist, nur: „Blutverschmiert? Ist ja ne Sauerei. Aber die ist vom Fenster, keine Stammbelegschaft, da kann ich nichts machen. Macht das untereinander aus, aber bitte nicht hier im Eingangsbereich…„. https://huren-test-forum.lusthaus.cc/showthread.php?t=172842

Ich könnte fortfahren, aber diese 3 Zitate genügen, um zu verdeutlichen, was ich meine:

Das Milieu schafft einen schönen Schein nach außen hin, um seinen Milliarden-Profit zu wahren (auch die sich prostituierenden Frauen, die in diesem System feststecken, müssen beim Erhalt des schönen Scheins mitmachen – wohl keine Frau würde jemandem erzählen, was da wirklich abläuft, solange sie noch im Milieu ist), aber die Realität ist eine ganz andere. Die Realität ist, dass Ausbeutung, Zuhälterei, Menschenhandel und Gewalt auf der Tagesordnung stehen – und damit schwere Menschenrechtsverletzungen an den Frauen. Es ist eine Parallelwelt, in der alle Beteiligten, die von der Prostitution der Frauen profitieren, Rechte haben, nur die Frauen selbst haben keine Rechte. Daran ändern auch das ProstG sowie das ProstSchG nichts, denn das Milieu hat eigene Gesetze.

Das linke Schild ist das „Eingangsschild“ bei der Frauentormauer. Das rechte Schild ist meine Kreation. Das ist noch viel Arbeit, bis dorthin, aber wir werden es schaffen.

Grooming – Strategien von Menschenhändlern

„Romeo“-Trafficking, „Loverboy“-Methode, Grooming:

„Menschenhändler arbeiten vorsichtig und methodisch daran, das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen, eine Abhängigkeit zu erzeugen und subtil die Idee zu fördern, dass es normal, akzeptabel und notwendig sei, sexuelle Dienstleistungen zu verkaufen. Letzten Endes hat erfolgreiches „Grooming“ zur Folge, dass vulnerable Menschen in ihre eigene Ausbeutung und in ihren eigenen Missbrauch einwilligen – und zwar in dem Glauben, es sei ihre eigene selbstbestimmte Wahl gewesen.“

Kurz und knapp. Besser kann man es nicht beschreiben. Timea Nagy ist großartig:

https://www.timeanagy.com/

„Aber es gibt ja auch gute Hells Angels…“

Diesen Satz „Aber es gibt ja auch gute Hells Angels…“ oder ähnliche Sätze höre ich manchmal, was mich dazu veranlasst, heute etwas Kurzes dazu zu schreiben.

Ein Hells Angel, der erzählt, er sei nur ein lieber Junge, der ab und zu auch mal gerne Motorrad fährt, der muss sich die Frage gefallen lassen, warum er das gerade in dieser Gruppierung tut, die in vielen Teilen kriminell und verboten sowie für ihre Rotlicht- als auch Drogen – und Waffenkriminalität bekannt ist.

Wenn ich einfach nur den Charme so einer Zusammenkunft von Menschen genießen möchte, warum suche ich mir dann ausgerechnet die Hells Angels aus? Warum die Bandidos? Warum die United Tribuns? Warum Gremium? Es gibt noch mehr „namenhafte“ Gruppierungen, die vor allem immer wieder im Bereich der Rotlicht, – Drogen, – und Waffenkriminalität, im Bereich der organisierten Kriminalität, auffallen. Und nicht selten behaupten einige von ihnen, sie seien „gute Jungs“, oder werden auch von anderen so dargestellt.

Warum gehe ich nicht woanders hin oder gründe gar meine eigene Gruppe, wenn ich mit dieser Kriminalität so überhaupt nichts zu tun haben möchte? Warum steige ich in Gruppierungen ein, in ein Milieu ein, das für seine Kriminalitätsbereiche bekannt ist, wenn ich ganz sicher niemals Teil dieser Kriminalität sein will?

Warum bleibe ich in einer solchen Gruppierung oder habe sonst mit Menschen dieser Gruppierungen zu tun, in der „Kumpels“ als Mitglieder oder andere Mitglieder sind, die nicht selten Frauen- und Drogenhandel betreiben als auch in Waffenkriminalität involviert sind, ja sogar für diese Verbrechen bekannt sind, wenn ich diese Form von Kriminalität strikt und vollends ablehne?

Um es einmal „soft“ zu formulieren:

Einen „guten“ Hells Angel gibt es zumindest unter jenem Gesichtspunkt nicht: wenn ich mich für eine Gruppierung entscheide, die in vielen Städten und großen Teilen von sehr schwerer (!) Kriminalität geprägt ist und von deren Mitgliedern immer wieder und zwar sehr häufig gezielt und organisiert schwerste Menschenrechtsverletzungen verübt werden, dann sagt nur derjenige wirklich nein zu dieser Kriminalität und kann in diesem Sinne als „gut“ bezeichnet werden, der sich von dieser Gruppierung distanziert.

Der jetzt vielleicht folgende Kommentar wie „schwarze Schafe gibt es überall“, der passt hier absolut nicht, denn diese speziellen Formen der Kriminalität (Frauenhandel, Drogenhandel, Waffenkriminalität) kommen bei den besagten Gruppierungen in großen Teilen oft vor und sind in großen Teilen organisiert und der „Kern ihrer Existenz“.

Ich könnte hier noch mehr schreiben, tue es aber nicht. Ich denke, die Intention dieses Beitrags hier ist klar.

„Kannst du dir noch einmal eine Beziehung mit einem Mann vorstellen?“ Ein Text über mein „Outing“ und warum Prostitution alle Frauen betrifft.

Ich habe gerade sehr viel Arbeit (für das Thema Prostitution) und dann bekam ich wieder folgende Frage:

„Kannst du dir noch einmal eine Beziehung mit einem Mann vorstellen?“

Diese Frage ist ein Dauerbrenner und ich bekomme sie sehr oft, genau genommen seit Jahren. Ich möchte nun kurz in diesem Text einmal darauf antworten, denn es geht hier vor allem auch um zwei grundsätzliche Dinge, die nicht nur mich persönlich, sondern viele andere betreffen.

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Welttag gegen Menschenhandel

Heute ist Welttag gegen Menschenhandel.

Ich möchte heute keinen langen Text darüber schreiben, dass es an ausreichenden Hilfen und Maßnahmen für Betroffene fehlt, denn darüber schreibe und spreche ich ständig.

Heute möchte ich daran erinnern, dass es wichtig ist, nicht nur an diesem einen Tag an Menschenhandel zu erinnern, sondern dass es wichtig ist, jeden Tag daran zu arbeiten, damit es weniger Leid gibt, weniger Betroffene gibt und den Betroffenen besser geholfen werden kann.

Oftmals sieht man in den Betroffenen nur die Betroffenen, nicht den Menschen hinter seiner Geschichte. Es sind meist Menschen, die nicht nur unvorstellbares Leid erlebt haben, sondern auch (Lebens-)Träume hatten, deren Träume durch die Ausbeuter zerstört wurden.

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Die Verantwortung der Medien als „Vierte Gewalt“ im Bereich der Ausbeutung von Menschen in der Prostitution

Foto: Verena Müller

Nach dem Examen wollte ich 2 Wochen bis August eigentlich nichts mehr vom Thema Prostitution hören und von allem komplett Abstand nehmen und abschalten. Leider habe ich jetzt doch keine 2 Wochen Ruhe, sondern sitze an diesem Text hier, denn ich konnte nicht anders als mir die neue ZDFzoom Reportage über Prostitution* anzusehen, in der auch ein kleines Statement von mir gezeigt wurde, möglicherweise um nicht sagen zu können, dass man Kritiker/innen überhaupt nicht zu Wort kommen lässt. Da ich Teil der Reportage bin, sehe ich mich in der Verantwortung, dazu Stellung zu nehmen.

Die Essenz des Films war letztlich folgende Aussage:

durch das Prostitutionsverbot während Corona könne man ja sehen, dass das Nordische Modell keinen Erfolg haben könne.

Bereits zuvor habe ich gemerkt, dass die Autorin des Films in Richtung „Das Prostitutionsverbot während Corona zeige, dass das Nordische Modell den Frauen nur schade“ geht, daher habe ich ihr dazu zwei E-Mails geschrieben, um ihr zu sagen:

Prostitutionsverbot und Nordisches Modell sind zwei komplett verschiedene Gesetzesmodelle und komplett verschiedene Ansätze im Umgang mit Prostitution, die man überhaupt nicht vergleichen kann. Es scheint, als hätte die Autorin des Films die unterschiedlichen Modelle nicht verstanden, denn das Prostitutionsverbot während Corona ist nicht vergleichbar mit einem gut umgesetzten Nordischen Modell, denn bei einem Prostitutionsverbot sind die Frauen kriminalisiert, während sie das beim Nordischen Modell nicht sind und stattdessen Hilfs- und Unterstützungsangebote bekommen.

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Studium geschafft: ich bin jetzt Diplomjuristin (Univ.)

Ab heute ist es offiziell – und ich muss es in die Welt rausschrei(b)en, weil ich mich so freue.

Ich habe das 1. Juristische Staatsexamen bestanden und damit mein Jurastudium abgeschlossen.

Ich bin nun Rechtswissenschaftlerin, Diplomjuristin (Univ.) mit dem Schwerpunktbereich „Strafrecht und Internationales“. Mein Schwerpunkt umfasst u.a.:

StPO-Vertiefung, Praxis der Strafverteidigung, Europäisches und Internationales Straf- und Strafprozessrecht, Völkerrecht AT, Internationale Organisationen, Internationaler Menschenrechtsschutz, Humanitäres Völkerrecht.

Das war ein ganz schön langer Weg bis hierher. Seit 2012 verbringe ich nun damit, Bildung nachzuholen. Erst das Abitur nachholen, das ich wegen meines Menschenhändlers abgebrochen hatte, dann das Jurastudium.

Viele Menschen denken, wenn man den Ausstieg geschafft hat, hat man alles geschafft und dieses Leben hinter sich gelassen. Diejenigen, die von Ausbeutung und Prostitution betroffen waren, die wissen, dass dem nicht so ist. Der Ausstieg bedeutet nicht das Ende dieses Lebens, in dem man war, sondern „nur“ den physischen Ausstieg. Die Erlebnisse aber bleiben, das Trauma belastet und zeigt sich in seiner ganzen Intensität meist erst nach dem Ausstieg.

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Menschenhandel und Trauma-Bonding

Ich habe in zwei Beiträgen bereits explizit über Trauma-Bonding (Trauma-Bindung/traumatische Bindung) im Bereich Menschenhandel geschrieben*, auf der Konferenz der KAS, GGMH und OSCE (ODIHR) am 24.06.2021 habe ich darüber gesprochen (das Video verlinke ich unten) und stelle den Text darüber hier online. Das Thema Trauma-Bonding muss zwingend alle Menschen erreichen, die in diesem Bereich arbeiten, die Gesetze machen, die sich um Betroffene kümmern und vor allem in der Strafverfolgung arbeiten. Hier in Deutschland wird darüber nahezu überhaupt nicht gesprochen. Das ist fatal. Bitte sprecht darüber, klärt darüber auf, nehmt euch diesem Thema an, denn es betrifft so unglaublich viele Betroffene von Menschenhandel. Um ihnen helfen zu können, ist es wichtig, dieses Thema zu verstehen.

Ein sehr wichtiger Schlüsselfaktor, den es bei den nationalen Rechtsrahmen und insbesondere deren Umsetzung zu beachten gilt, ist das Verständnis der verschiedenen Formen des Menschenhandels, der Mechanismen und die Identifizierung von Opfern, was insbesondere auch das Verständnis der individuellen Opfer-Täter-Beziehung bedeutet, die häufig existiert, aber oft nicht gesehen wird. Es gibt verschiedene Formen des Menschenhandels, aber wenn es um den Menschenhandel in Form der Loverboy-Methode geht, „Romeo-Trafficking“, wenn der Menschenhändler der Partner ist, die Familie ist, was sehr oft vorkommt, müssen wir über Trauma-Bonding sprechen.

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High Level Online Side Event – Championing the elimination of trafficking in human beings and the exploitation of prostitution

Heute fand eine wichtige Veranstaltung mit vielen bedeutenden Personen im Kampf gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung statt. Ich war auch dabei und konnte ein paar mir wichtige Dinge einbringen. Unten im Video könnt ihr alles anschauen.

Side event Parallel to 47th Human Rights Council & 79th CEDAW Sessions – Co-sponsored by France, Iceland & Sweden – In cooperation with OHCHR & OSCE/ODIHRIn English – French – Spanish – German

On the occasion of the 47th Regular Session of the Human Rights Council and the 79th Session of the Committee on the Elimination of Discrimination against Women in Geneva, CAP International gathers States, International organisations and Survivors leaders to highlight international human rights law and good practices to eliminate trafficking in human beings and the exploitation of prostitution. Trafficking in human beings and the exploitation of prostitution constitute a serious violation of human rights. Most identified victims are women and girls, their sexual exploitation being the purpose of trafficking is linked to organised crime in most cases. The total number of victims has grown considerably following the unprecedented increase in migration and forced displacement, due to armed conflicts, persecution, human rights violations, and the outbreak of COVID-19. 6 months after the adoption of CEDAW General recommendation No. 38 on trafficking in women and girls in the context of global migration and 2 years after France and Sweden have developed a common strategy for combating human trafficking for sexual exploitation in Europe and globally, this event aims to create a platform to share lessons learned on efforts to eliminate sexual exploitation and to improve cooperation as well as to support advocacy, initiatives and the mobilisation of additional resources.

Hier geht es zum Video:

https://fb.watch/cXZwNaXlgq/